VWGH-Urteil eröffnet zusätzlichen Vorteil für Gesellschafter-Geschäftsführer: Im Rahmen der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs zur Geschäftszahl Ro 2016/15/0017 vom 19. April 2018 wurde bestätigt, dass geschäftsführende GesellschafterInnen unter bestimmen Voraussetzungen im Zuge der Kapitalabfindung einer Pensionszusage den Hälftesteuersatz in Anspruch nehmen können.

DAS FOLGENDE SZENARIO ERMÖGLICHT DIE STEUER- BEGÜNSTIGUNG

Stellt ein wesentlich beteiligter GmbH-Geschäftsführer bei Pensionsantritt seine Geschäftsführertätigkeit ein, so kommt es durch die Aufgabe der Geschäftsführung zu einer Änderung der Gewinnermittlungsart von § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmen/Aus- gabenrechnung) auf § 4 Abs. 1 EStG (doppelte Buchführung/ Bilanzierung) und dadurch zu einem „Übergangsgewinn“. Soll im Zuge dessen die Firmenpension aus der Pensions- zusage abgefunden werden, so kann der Hälftesteuersatz gemäß § 37 Abs. 1 i. V. m. Abs. 5 EStG zur Anwendung kommen.

KONKRETE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ANWENDUNG DES HÄLFTESTEUERSATZES GEMÄß § 37 ESTG

  1. Der Gesellschafter-Geschäftsführer muss wesentlich – dh. zu mehr als 25 % – an der Gesellschaft beteiligt und damit selbstständig sein.
  2. Die Kapitalabfindungsoption muss bereits vor Aufgabe der Erwerbstätigkeit in der Pensionszusage geregelt sein. Beispiel für eine entsprechende Regelung – Auszug aus unserem Mustertext Pensionszusage: „Anstelle der Firmen- pension können Sie im Leistungsfall des Alters eine einmalige Kapitalablöse in Höhe des Barwerts des bereits entstandenen Anspruchs Die Kapitalablöse entspricht der nach  14 Abs. 6 EStG berechneten Rückstellung, mindestens jedoch dem Wert der Rückdeckungsversicherung zu diesem Zeitpunkt.“
  3. Die Inanspruchnahme der Kapitalabfindung aus der Pensionszusage kann frühestens zum Lebensjahr bzw. im Fall einer Erwerbsunfähigkeit erfolgen.

Die Erwerbstätigkeit – d. h. die Geschäftsführung – muss eingestellt werden. Es ist allerdings nicht notwendig, die Gesellschaftsanteile abzugeben!

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